
Zusatzstoffe in Gewürzen: Was auf dem Etikett wirklich steht
Aroma, Geschmacksverstärker, Füllstoffe, Rieselhilfe – was hinter den Begriffen auf der Zutatenliste steckt, wie Du eine Mischung in dreißig Sekunden einordnest und was in unseren Gläsern drin ist.
Auf der Vorderseite steht „Kräuter der Provence". Auf der Rückseite steht als erste Zutat: Speisesalz. Das ist kein Einzelfall, sondern der Normalfall in vielen Supermarktregalen.
Ein Etikett zu lesen dauert dreißig Sekunden – wenn man weiß, worauf man schaut. Am Ende dieses Artikels legen wir offen, was in unseren eigenen Gläsern steckt.
Die Reihenfolge verrät das meiste
Zutaten müssen nach absteigendem Gewichtsanteil aufgeführt werden. Was vorn steht, ist am meisten enthalten. Steht bei einer Gewürzmischung Salz an erster Stelle, kaufst Du überwiegend Salz.
Das ist nicht automatisch schlecht – bei einem Kräutersalz gehört Salz naturgemäß nach vorn, dort ist es der Hauptbestandteil. Bei einer Mischung, die als reine Gewürzmischung verkauft wird, sollte es das nicht.
Noch aussagekräftiger sind Prozentangaben. Sie sind nicht für jede Zutat vorgeschrieben, und genau deshalb fehlen sie oft. Wer sie freiwillig angibt, macht sich vergleichbar – bei unseren Produkten findest Du jede Zutat mit ihrem Anteil, etwa beim Bolognese-Gewürz.
Was hinter den häufigsten Begriffen steckt
„Aroma" oder „natürliches Aroma": ein Sammelbegriff für Geschmacksstoffe, die nicht aus dem genannten Gewürz stammen müssen. Sie sind unbedenklich, ersetzen aber häufig echtes Gewürz – weil Aroma billiger ist.
Geschmacksverstärker (E620 bis E625): unter anderem Glutamat. Verstärkt die herzhafte Wahrnehmung und kann überdecken, dass wenig Substanz da ist.
Füllstoffe wie Maltodextrin, Stärke oder Traubenzucker: Sie machen das Pulver voluminöser und billiger, tragen aber nichts zum Geschmack bei.
Rieselhilfen und Trennmittel: Sie verhindern, dass ein Pulver verklumpt. Häufig sind E551 (Siliciumdioxid) in Gewürzmischungen und E535 (Natriumferrocyanid) in Speise- und Jodsalz. Beide sind in der EU zugelassen und in den erlaubten Mengen gesundheitlich unbedenklich – sie sagen aber nichts darüber aus, wie viel Gewürz in der Mischung steckt.
Nicht jeder Zusatzstoff ist dasselbe
Die Debatte über Zusatzstoffe wird oft pauschal geführt, und das führt in die Irre. Es macht einen Unterschied, ob ein Stoff den Geschmack vortäuscht, der sonst fehlen würde – oder ob er ein technisches Problem löst, ohne den Geschmack zu berühren.
Ein Geschmacksverstärker gehört in die erste Gruppe. Eine Rieselhilfe im Salz gehört in die zweite: Sie macht das Salz weder würziger noch billiger, sie hält es rieselfähig.
Und genau deshalb ist der Blick auf die erste Zutat und die Prozentangaben wichtiger als das Zählen von E-Nummern.
Was in unseren Gläsern steckt
Wir mischen von Hand in Auenwald, in kleinen Chargen, und füllen in wiederverwendbare Gläser ab. Wir setzen unseren Mischungen keine Geschmacksverstärker, keine Aromen und keine Füllstoffe zu.
Was wir nicht verschweigen: Das Salz, das wir einkaufen, bringt eigene Zusatzstoffe mit. Im Speisesalz von Alleskönner und Kräutersalz sind das E535 als Rieselhilfe und E500 als Säureregulator. Bei Bolognese und Gulasch verwenden wir Jodsalz, das neben E535 auch Kaliumjodat zur Jodierung enthält.
Beides steht vollständig in der Zutatenliste auf der jeweiligen Produktseite – nicht im Kleingedruckten, sondern in derselben Tabelle wie alle anderen Zutaten mit Prozentangabe. Handelsübliches Speise- und Jodsalz ist praktisch nicht ohne Rieselhilfe zu bekommen, und wir halten es für ehrlicher, das zu benennen, als mit einem „ohne Zusatzstoffe" zu werben, das bei genauem Hinsehen nicht stimmt.
Unser Curry-Masala kommt ohne Salz aus und enthält entsprechend auch keine dieser Zusätze.
Der Dreißig-Sekunden-Check im Laden
- Zutatenliste umdrehen und die erste Zutat lesen.
- Gibt es Prozentangaben? Wenn ja, gutes Zeichen.
- Nach „Aroma", „Geschmacksverstärker" und „Maltodextrin" suchen – das sind die Hinweise auf wenig echtes Gewürz.
- Länge prüfen: Je mehr Zutaten, die keine Gewürze sind, desto weniger Gewürz.
Und was ist mit dem Preis?
Echte Gewürze sind teurer als Füllstoffe – ein Kilopreis sagt deshalb mehr aus als der Preis pro Glas. Bei uns steht der Kilopreis auf jeder Produktseite direkt unter dem Preis, damit Du vergleichen kannst, statt Packungsgrößen umzurechnen.
Wie Du Deine Gewürze anschließend so lagerst, dass sie gar nicht erst verklumpen, steht in unserem Beitrag über das richtige Lagern von Gewürzen.
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